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Vor rund 3,5 Milliarden Jahren machten sich Algen die Sonnenenergie zunutze und schufen als Nebenprodukt eine sauerstoffreiche Atmosphäre, in der sich weiteres Leben, wie wir es heute kennen, entwickeln konnte. Bis heute produzieren Meeresalgen mehr als die Hälfte des Sauerstoffs der Erdatmosphäre. Außerdem stellen Algen für viele Tiere eine direkte Nahrungsquelle dar und stehen somit am Beginn der Nahrungskette.
Die Verwendung von Algen durch den Menschen wird bereits 2500 vor Christus in China erwähnt. In späteren Jahrhunderten wurden Algen nachweislich als Medizin, Tierfutter und in Notzeiten auch als Nahrung für den Menschen verwendet. Als die Inhaltsstoffe der Kelpasche (wird aus Braunalgen erzeugt) für die Herstellung von Seife, Glas, Verdickungsmitteln und Jod bedeutsam wurden, erlebten Algen einen regelrechten Boom.
Die Bedeutung der sehr vorteilhaften Inhaltsstoffe der Algen hat mittlerweile auch die Nahrungsmittelindustrie wiederentdeckt und erzeugt daraus beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel. Vor allem im asiatischen Raum werden Algen auch für den direkten Verzehr kultiviert - die wohl bekannteste Algenart ist Nori, mit der man in der japanischen Küche Sushi-Rollen umwickelt.
Fand die Algen-Kultivierung bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich direkt im Meer oder in speziellen Aquakulturen statt, so nimmt die Bedeutung von Algenreaktoren stetig zu. Durch eine einfachere Handhabung und eine höhere Effizienz sind hohe Erträge möglich. Diese sind nicht zuletzt zur Deckung der weltweit wachsenden Nachfrage auch dringend notwendig, denn neben der Nahrungsmittelindustrie hat nun auch die Mineralölindustrie das Algenöl für ihre Zwecke entdeckt.